SAALBAU sucht Zeitzeugen Drucken E-Mail

Wer kennt und erinnert sich an den alten, ersten Saalbau? Die Frankfurter Saalbau wird in diesem Jahr vom 6. Juli bis Mitte Oktober mit einer Ausstellung zu ihrer Geschichte und dem Thema Begegnungen im Historischen Museum Frankfurt zu Gast sein.

„Nachdem das im vergangenen Frühjahr angeregte Project der Erbauung eines großen Fest- und Concertsaales sich nicht verwirklichte, hat nunmehr eine Baugesellschaft dasselbe abermals in die Hand genommen und zu diesem Zweck den Junghof käuflich erworben, dessen bedeutendes Areal nicht allein den genügenden Raum für den Bau selbst, sondern auch entsprechende Ab- und Zugänge bildet“. Mit dieser Presseerklärung trat am 12. Januar 1859 das „Provisorische Comité zur Bildung einer Saalbau-Actiengesellschaft“ an die Öffentlichkeit. 

Ziel dieser Aktiengesellschaft war es, einen Bau mit großem Saal und weiteren Räumlichkeiten für Konzerte und gesellige Versammlungen in Frankfurt am Main zu errichten und zu verwalten. Der daraufhin 1861 eröffnete, erste Frankfurter Saalbau stand bis 1944 in der Junghofstraße und war Festsaal, Theaterhaus und Kulturstätte der Frankfurter Bürger. Von Komponisten aus ganz Europa wurde der Saal für seine hervorragende Akustik gerühmt.

Nach der Zerstörung des Gebäudes im Kriegsjahr 1944 wurden bis in die 90er Jahre hinein in nahezu allen Frankfurter Stadtteilen neue Zentren der Begegnung, die heutigen Saalbauten und Bürgerhäuser, geschaffen.

Als hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt Frankfurt ist die Saalbau GmbH heute eine Institution, die ihre Räumlichkeiten für Begegnungen aller Art von Menschen aller Generationen und Kulturen in Frankfurt anbietet. Jährlich besuchen über 2 Millionen Menschen Veranstaltungen in den 30 Häusern der Gesellschaft in nahezu allen Frankfurter Stadtteilen.

Die ab 6. Juli im Historischen Museum zu sehende Ausstellung „Platz da! Durch Zeiten und Räume der Frankfurter Saalbau“ greift das Motto der Saalbau „Wir machen Begegnungen möglich“ auf. Das Thema Begegnung wird als ein Ereignis im Spannungsfeld zwischen Offenheit und Toleranz entgegen Vorurteilen und Intoleranz dargestellt.

Hierbei wird ein Streifzug durch die Geschichte der Frankfurter Institution unternommen. In dieser Zeit waren der erste Saalbau in der Frankfurter Junghofstraße und sind die späteren Bürgergemeinschaftseinrichtungen ein wichtiger Ort der Begegnungen unterschiedlichster gesellschaftlicher, sozialer und nationaler Gruppen. Im übergeordneten Zusammenhang ist die Geschichte der Saalbau als ein Bestandteil der Frankfurter Geschichte Beispiel dafür, in wieweit die weltoffene Stadt der Toleranz und des Bürgersinns immer bedurfte.

Die Ausstellung und der historische Rückblick werden auf diese Weise zum Plädoyer für Toleranz und Bürgersinn im Heute.

Trotz Verwendung historischer Exponate ist die vom Frankfurter Ausstellungsbüro „Exposition“ konzipierte Ausstellung keine historische im üblichen Sinne. Die Besucher werden mit interaktiven Stationen durch die Geschichte der Saalbau geleitet und dabei auf die Probe gestellt. So können sie herausfinden, in wieweit ihr Verhalten von Toleranz oder Vorurteilen gesteuert ist.

Zur Rekonstruktion des ersten Frankfurter Saalbaus, der in der Junghofstraße stand, und 1944 durch Bombardierung zerstört wurde, sucht die Saalbau Personen, die möglicherweise noch Veranstaltungen in diesem alten Saalbau besucht haben oder auch Postkarten, Fotos und ähnliches aus dieser Zeit besitzen. Wer etwas weiß oder einen Hinweis hat, kann sich unter Tel. (0 69) 1 53 08-3 06 an die Saalbau wenden.