Geschäftsbericht 2007 Drucken E-Mail

Kulturdezernent Prof. Dr. Felix SemmelrothDer Auftrag an die SAALBAU GmbH ist trotz aller gesellschaftlicher Veränderungen in den fast 150 Jahren ihres Bestehens nahezu unverändert geblieben: Seit 1859 macht die SAALBAU in Frankfurt am Main – zunächst im ersten „Saalbau“ in der Junghofstraße, später in den zahlreichen Häusern in nahezu allen Stadtteilen – Begegnungen möglich.

Wichtige Aufgabe der Gesellschaft ist das Bereitstellen geeigneter Räumlichkeiten für jede Art von Veranstaltung. Nahezu 2 Millionen Gäste besuchen jährlich die aktuell 25 Frankfurter Saalbauten.

In der internationalen „Mainmetropole“, in der mehr als 300.000 Vereinsmitgliedschaften für ein gesellschaftliches Miteinander stehen, sind diese Veranstaltungen häufig organisiert von den Vereinen in unserer Stadt: Etwa 1.200 Frankfurter Vereine nutzen regelmäßig die Räume der SAALBAU, darüber hinaus finden zahlreiche Kulturveranstaltungen, Seminare und Tagungen sowie Familienfeiern in den Häusern statt. Die verschiedenen Generationen, Schichten, Milieus und Kulturen unserer Stadt treffen hier zusammen. Damit wird eine übergreifende Verbindung zwischen allen Gruppen gefördert. Angebot und Arbeit der Institution SAALBAU, bundesweit in dieser Form einmalig, stellen damit einen wichtigen Beitrag für das gesellschaftliche Leben in Frankfurt dar.

Seit 2007 ist nun die SAALBAU Tochter der ABG FRANKFURT HOLDING Wohnungsbau- und Beteiligungsgesellschaft mbH – eine erfolgreiche Mutter-Tochter-Beziehung, wie der hier vorliegende Geschäftsbericht zeigt.


Stadtrat Professor Dr. Felix Semmelroth

Dezernent für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main
Aufsichtsratsvorsitzender der SAALBAU GmbH


SAALBAU-Geschäftsführer Dr. Andreas EichstaedtDie SAALBAU GmbH hat eine neue Mutter – vielleicht könnte man es so formulieren: die leibliche Mutter Stadt Frankfurt hat ihre Tochter SAALBAU zur Adoption an eine andere Mutter, die ABG FRANKFURT HOLDING, freigegeben. Hier endet aber auch schon die Parallele zum Familienrecht. Die neue Mutter ist nämlich selbst auch eine Tochter der Stadt.

Entscheidend ist, dass sich die Tochter SAALBAU seit dem 1. Januar 2007 in ungewohnter familiärer Umgebung neu orientieren muss. Dies gelingt von Tag zu Tag besser. Wir lernen voneinander - zum gegenseitigen Vorteil.

Neu und manchmal - auch psychologisch - nicht einfach ist die Situation, als einzige Tochter mit Zuschussbedarf unter lauter Schwestern mit mehr oder minder erfolgreicher Gewinnerzielung zu bestehen. Die SAALBAU ist nun einmal auch mit dem Auftrag zur Daseinsvorsorge versehen worden und Bürgergemeinschaftseinrichtungen lassen sich leider nur sehr schwer mit Gewinn betreiben. Trotzdem braucht sie ein Gemeinwesen in Zeiten drohender Vereinzelung und der Gefahr von Parallelgesellschaften dringender denn je – das kostet die alte und jetzt die neue Mutter Geld.

Gemeinsames Ziel ist es jedoch, diese Geldsumme von Jahr zu Jahr weiter zu verringern. Dies ist auch wieder in diesem Jahr, verglichen mit dem um Sondereffekte bereinigten Ergebnis von 2006, gelungen. Der Ihnen hier vorgelegte Geschäftsbericht 2007 beweist es.


Frankfurt am Main, im Juni 2008

Dr. Andreas Eichstaedt

Geschäftsführer der SAALBAU GmbH
(und Geschäftsführer der ABG FRANKFURT HOLDING
Wohnungsbau- und Beteiligungs-gesellschaft mbH)


JAHRESERGEBNIS 2006 UND DIE WIRTSCHAFTLICHEN AUSWIRKUNGEN
Das Geschäftsjahr 2007 endet vor Verlustausgleich durch die ABG FRANKFURT HOLDING Wohnungsbau- und Beteiligungsgesellschaft mbH mit einem Verlust von rund 900 Euro. Das Ergebnis hat sich somit gegenüber dem Vorjahr um rund 181.000 Euro verschlechtert.
Zu berücksichtigen ist allerdings, dass der Gewinn 2006 nur durch die im Bericht 2006 geschilderten Sondereffekte von rund 4,5 Mio. Euro zustande kam.
Die Stadt Frankfurt am Main war bis 31. Dezember 2006 Alleingesellschafterin und finanzierte die Gesellschaft durch einen jährlichen Betriebsmittelkredit. Aufgrund des Beschlusses der Stadtverordntetenversammlung wurden mit Abtretungsvertrag vom 18. Dezember 2006 94,9% der Geschäftsanteile der Gesellschafterin an die ABG FRANKFURT HOLDING Wohnungsbau- und Beteiligungsgesellschaft mbH abgetreten. Die Stadt Frankfurt am Main behält 5,1% der Geschäftsanteile.
Ebenfalls am 18. Dezember 2006 wurde zwischen der neuen Hauptgesellschafterin ABG FRANKFURT HOLDING Wohnungsbau- und Beteiligungsgesellschaft mbH und der SAALBAU GmbH ein Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag abgeschlossen, der mit Beginn des Geschäftsjahres 2007 wirksam wurde. Nach § 5 des Vertrages ist der Organträger verpflichtet, jeden während der Vertragsdauer entstehenden Jahresfehlbetrag auszugleichen.
Für 2007 ergab sich hieraus eine Verlustübernahmeverpflichtung in Höhe von 900,06 Euro. Ein mit Vertrag vom 23. Mai 2007 gewährtes Darlehen der ABG FRANKFURT HOLDING wurde im Geschäftsjahr 2007 aufgrund eines Forderungsverzichts der Gesellschafterin ertragswirksam vereinnahmt.
Die Ergebnisentwicklung zeigt insbesondere einen erfreulichen Anstieg bei den Erlösen im Bereich der Firmenkundenanmietungen. Hier beträgt die Steigerung gegenüber dem Vorjahr 4,3%. Insgesamt erreicht die Gesamtertragssituation fast das Vorjahresniveau.